Das Vorstellungsgespräch auf VOX, Teil 5 vom 31.10.2017

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Wieder schauen wir auf letzte Woche zurück, während heute Abend Teil 6 von „Das Vorstellungsgespräch“ auf VOX ausgestrahlt wird. In diesem Teil suchten „Little Lunch“ und „Sprikeltrix“ nach Personal für die Zukunft. Es war bisher der schwächste Teil und die RTL Group zeigte sich von ihrer üblichen Seite…

Little Lunch bietet Convenience Food und ist den VOX Zuschauern schon vor „Das Vorstellungsgespräch“ bekannt aus der „Höhle der Löwen“.

Eine haarige Angelegenheit - Das Vorstellungsgespräch mit "Little Lunch" bei VOX.
Eine haarige Angelegenheit – Das Vorstellungsgespräch mit „Little Lunch“ bei VOX.

Zuerst „Little Lunch“ aus Augsburg. Die beiden Brüder Daniel und Dennis Gibisch sind „bekannt“ aus der „Höhle der Löwen“, ebenfalls auf VOX. Ausgestattet wurden sie mit 150.000 EUR Kapital von den Löwen Frank Thelen und Judith Williams im Oktober 2015. Sie halten sich (heute) nicht für Suppenkasper, sondern selbst für Löwen – mit rotem Bart, wenn es schon mit der Mähne nicht klappt. Sie verstehen sich darauf zu polarisieren und haben sich auf Menschen spezialisiert, die ungern selbst kochen. Convenience.

Dennis trägt statt Haaren einen Nasenring, kennt den perfekten Bewerber und steckt sofort alle in eine Schublade. Er weiß sofort, wer passt. Sagt er. Noch Fragen? Wenn nicht, Daniel hat welche – und seine erste Frage ist auf jeden Fall in englischer Sprache. Sie suchen einen „Head of Sales“ für 5.000 EUR brutto im Monat, der Suppen, Eintöpfe und Smoothies (vom überzeugten Vorstellungsgesprächs-Engländer Dennis liebevoll „smuußieß“ ausgesprochen) an den Handel verkauft. Beide sorgen für so einige Fremdschäm-Momente, inkl. des Schildes „I‘M CEO, BITCH“ auf dem Schreibtisch.

Die Bewerber von „Little Lunch“ im Überblick – VOX zeigt, wie sie sich in „Das Vorstellungsgespräch“ schlagen.

Die Bewerber: Wolfgang (49) ist seit sechs Monaten arbeitslos, Heinz (50) ist seit dem letzten Herbst arbeitslos. Beide haben ein kleines Kinnbärtchen, Wolfgang sogar einen schmalen Schnurrbart. Er könnte fast ein Modezar sein. Hendrik (31, aus Heilbronn, „Moin!“) ist tatsächlich im Job als Vertriebsleiter, liest ein Fitnessmagazin im Wartezimmer, putzt sich trompetend die Nase auf der Toilette und bekommt von den Empfangsdamen Handcreme. Er hat keinen Bart und damit vielleicht die schwierigste Ausgangslage… Sein verkäuferisches Talent ist so gut, dass er in Afrika für 5 Euro pro Kilo Bananen verkaufen kann – so sein Statement vor der Kamera. Und er wollte immer Bauer werden. Michael (39) ist Österreicher, was auch in der Einblendung erkennbar wird. Er trägt einen Vollbart, war bei der österreichischen Armee, ist jetzt bei einem Lebensmitteldiscounter und streichelt liebevoll mit seinem Fuß den Tisch im Wartebereich.

Das Vorstellungsgespräch bei „Little Lunch“ zeigt dem VOX – Publikum ein Rollenspiel und eine Art „Postkorbübung“.

Die Bewerber haben sich etwas vorbereitet. Manchmal kennen sie sogar die Produkte, die sie überzeugend verkaufen sollen. Im Rollenspiel dürfen die Bewerber zeigen, wie sie mit Einkäufern umgehen. Auf keinen Fall dürfen sie die USP (Alleinstellungsmerkmale) aufzählen. Und sie dürfen nicht den Preis nennen, für den Little Lunch produziert. Eigentlich logisch, doch Michael macht beides, zwei Beine, zwei Fettnäpfchen – „Fahrtrichtung abwärts“. Wolfgang kann das auch – mit demselben Ergebnis. Er isst jetzt wahrscheinlich keine Suppen mehr von Little Lunch. Aber als Verlierer geht er nicht, auch wenn er sich „perfekt verkauft“ hat seiner Meinung nach.

Im Rollenspiel macht es Heinz ziemlich gut. Er erzählt auch die Geschichte rund um das Produkt. Bei einer Light-Postkorbübung überzeugen Hendrik und Heinz nur wenig. Hendrik denkt immerhin etwas kreativ und will telefonisch am Meeting teilnehmen, während er tote Reisezeit im Auto hat. Das wird aber nicht erlaubt. Die Logikübung besteht darin alle Fenster in Hamburg zu putzen und das zu kalkulieren. Heinz möchte keinen Preis kalkulieren und überlässt lieber dem Kunden, was er zahlen möchte. Hendrik punktet mit dem Einheitspreis pro Fenster.

Der Sieger muss die Suppe auslöffeln, die „Little Lunch“ und VOX den Zuschauern von „Das Vorstellungsgespräch“ einbrocken, denn es gibt gar kein Rennen.

Das Rennen macht nach drei Wochen und „ein bisschen Feedback“ von Dennis: Heinz. Seine Stelle wird allerdings niemals besetzt. Die Brüder setzen schon zwei Wochen nach der Zusage lieber auf ein externes Vertriebsmodell. VOX hat einen roten runden Ball als Logo – Ballverlust, denn wieder kommt es noch vor der Ausstrahlung nicht zu einem dauerhaften Arbeitsverhältnis… Das Wort eines Unternehmers ist mit das wertvollste Gut, das er hat. Schade.

Ein Event-Bauernhof? Sprikeltrix! Auch ein solcher Arbeitgeber ist ein Fall für „Das Vorstellungsgespräch“ bei VOX.

Der Name, den der Eventbauernhof Sprikeltrix hat, leitet sich von Holz ab. Bei VOX zeigt sich der Arbeitgeber in "Das Vorstellungsgespräch".
Der Name, den der Eventbauernhof Sprikeltrix hat, leitet sich von Holz ab. Bei VOX zeigt sich der Arbeitgeber in „Das Vorstellungsgespräch“.

Kommen wir zu richtigen Bauern. „Sprikeltrix“ ist ein Event-Bauernhof im Sauerland. Das Ehepaar Susanne und Bauer Rudi bewirtschaftet ihn. Sie sind seit 30 Jahren ein Paar. Eine Allround-Hilfskraft soll 1.600 bis 1.900 EUR verdienen. Petra (54) ist gelernte Hauswirtschaftlerin und arbeitet im Service eines Krankenhauses sowie als Reinigungskraft. Friederike (31) studiert seit über 10 Jahren Germanistik und Philosophie. Sie arbeitet in einer Buchhandlung. Heike (41) ist arbeitslos. Sie ist gelernte Bürokauffrau. Alexander (26) ist Party-DJ. Sein Style: rosafarbene 7/8 Hose, Turnschuhe und Baseball-Cap. „Keinen Bock“ hat er auf schlechtes Wetter. Bauer Rudi erklärt ihm, dass der Bauernhof draußen ist und die „Werkstatt“ damit ohne Dach. Der Mann am Plattenteller hat vegetarisches/veganes Essen auf seinem Essensteller und kann beim Grillen nicht kosten, ob das Fleisch gut ist. In ein Büro will er auch nicht so richtig. Er muss den Fahrstuhl nehmen.

Was möchte Sprikeltrix sonst noch wissen? VOX zeigt es in „Das Vorstellungsgespräch“.

Heike hat auf ihrem Tisch geordnetes Chaos, ist ehrlich, möchte aber nicht jedes Wochenende arbeiten. Sie nimmt ebenfalls den Fahrstuhl. Die Bewerber müssen zeigen, wie sie Besucher zur Teilnahme an der Bauernolympiade motivieren. Bauer Rudi macht das am überzeugendsten und erteilt dem Party-DJ Alex dabei eine Lehrstunde allererster Güte. Petra hält eine Ansprache, die in der Kabine eines Fußball-Bundesligisten gut ankäme. Friederike setzt sich ebenfalls dazu und fragt, ob es wirklich solche Kunden gibt. Insgesamt läuft das Gespräch sonst eher unspektakulär als tatsächliches Gespräch, weniger als Verhör und ohne eine einzige gemeine Frage. Bauer Rudi bemerkt, er würde am liebsten alle Bewerber einstellen. Friederike trinkt am Ende in Ruhe aus und lässt sich dann erst nach Hause schicken.

Nach vier Tagen fällt die Entscheidung. Obwohl die Bewerber vor sich ein Kamerateam haben und die Nummer im Handy gespeichert ist, ist besonders Petra scheinbar vollkommen überrascht und erfreut, dass das Telefon klingelt. Sie bekommt die Absage und sagt „Das ist okay!“. Das Rennen macht Friederike. Ausschlaggebend ist, dass sie gerne Büroarbeit macht und damit auch eingesetzt werden kann, wenn wenig Arbeit draußen ist. Es ist bewundernswert spannend, welche Türen sich öffnen, wenn man Germanistik und Philosophie kombiniert.

Fazit: VOX heißt „Stimme“ – In „Das Vorstellungsgespräch“ verschlägt es manchem Zuschauer allerdings die Sprache wie manchem Bewerber.

Unternehmer sind besondere Typen mit Ecken und Kanten. Mit dem eigenen Stil muss das nicht unbedingt etwas zu tun haben. Das beste am Auftritt von „Little Lunch“ ist, dass genau dies den Zuschauern gezeigt wird.

„Sprikeltrix“ sorgt für das genaue Gegenteil. Sympathisch und ohne Allüren präsentiert sich der Eventbauernhof authentisch und rettet, was in Teil 5 noch zu retten war.

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