Stufe 7.3 Tagesgeld und Lebensversicherung im Zinstief – na und?

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„Schreibe für die Finanzjournaille und lasse einen Ruck durch das Volk gehen, indem du Tagesgeld und Lebensversicherung angreifst.“ So oder ähnlich muss der Gedanke mancher Schreiber aktuell sein, die mit wenig Einkommen viel Verunsicherung generieren (Stufe 7.1).

Wie funktioniert eine Lebensversicherung?

Lebensversicherung Tagesgeld
Wenn sie mit Herz und Verstand geplant wurde, ist die Lebensversicherung oft besser als ihr Ruf.

In eine Lebensversicherung wird regelmäßig Geld eingezahlt mit dem Ziel es später mit Zuwächsen zurück zu bekommen. Neben Kosten für Vertrieb, Abschluss und Verwaltung wird auch ein Teil als Risikoprämie verwendet, um im Todesfall die vertraglich garantierte Leistung im Todesfall auszuzahlen, daher der Name Lebensversicherung. Zusätzliche Bestandteile können z.B. Versicherungen für Berufsunfähigkeit oder Unfall sein. Generell gilt auch für die Lebensversicherung „je jünger, desto gesünder und desto günstiger“. Und je länger die Lebensversicherung läuft, desto besser armortisieren sich die anfänglichen Kosten. Vergleichen kannst du das mit einem Flugzeug. Startet ein großes Flugzeug, vebraucht es viel mehr Kerosin als im Flug und bei der Landung. Landet es früher als geplant, ist das Kerosin aus dem Tank trotzdem verbraucht. Eine Kündigung einer Lebensversicherung ist also immer mit Nachteilen verbunden. Im Vergleich zum Tagesgeld fehlt also die Flexibilität, ohne dass dies bei sinnvoller Planung einen Nachteil darstellt, da sich bessere Renditen erreichen lassen.

Die Kritik an der Lebensversicherung

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Konkurrenz der Medien: jeden Tag neu verkaufen zu müssen, heißt aufmerksamkeitserregende Schlagzeilen produzieren zu müssen, auch zu Lebensversicherung und Tagesgeld.

An jedem Tag darf scheinbar ein anderer Journalist einmal auf das früher liebste Kind der Deutschen einprügeln, die Lebensversicherung. Geschickte Produktverkäufer nutzen diesen Rückenwind und verdienen noch einmal ein Vielfaches der Schreiber mit der Verunsicherung der Sparer. Doch während die kapitalbildende oder fondsgebundene Lebensversicherung im Neuabschluss schon seit 2005 tot ist, sind die Bestandsverträge von vor 2005 teilweise konkurrenzlos gut und können sogar dann wertvoll werden, wenn sie im Rahmen einer Immobilienfinanzierung eingebracht werden, obwohl die Lebensversicherung zur Altersvorsorge schon immer ungeeignet war. Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang die Risiko – Lebensversicherung, die im Todesfall Geld an die Hinterbliebenen zahlt. Ganz so einfach ist es also nicht, die „Teufelszeug“ Keule zu schwingen und sich an einer für Kunden teuren und unumkehrbaren Kündigungswelle der Lebensversicherung zu beteiligen.

Ist die Lebensversicherung uninteressant durch die niedrigen Zinsen?

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Die Entwicklung des Höchstrechnungszinses bei der Lebensversicherung (Quelle: Wikipedia, anklicken zum Vergrößern)

In den letzten Jahren schmolzen Zinsen und Überschüsse bei einer Lebensversicherung sichtbar. Während im Neugeschäft beides litt, betreffen Bestandsverträge nur die Überschüsse. Ist das schlimm? Nein, Garantie ist Garantie und bisher wurde daran nicht gerüttelt. Überschüsse waren und sind nicht garantiert. Sie fest und vor allem zu hoch einzuplanen, führt zu Enttäuschungen. Sparen bei niedrigen Zinsen bedeutet also nicht weniger, sondern mehr und anders zu sparen.

Ganz besonders aufpassen solltest du auf eine alte Lebensversicherung von vor 2005, die mit Steuerfreiheit, guten Zinsen, dem damaligen Eintrittsalter und Gesundheitszustand eine Welt aus längst vergangener Zeit ins Heute gerettet hat. Das kompensiert schnell 1-2% Rendite eines neueren Vertrages und 3+x % verglichen mit dem Tagesgeld.

Natürlich gibt es heute viel neuere Produkte, die mehr können. Das gibt es bei Handies aber auch. Trotzdem waren die Handies von damals hilfreich und haben Leben gerettet. Auch hier kosten die heutigen Exemplare mehr, so wie teilweise bei einer neuen Versicherung im Vergleich zur älteren.

Wann ist die Lebensversicherung sinnvoll?

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Wird sie trotz aller möglichen Widrigkeiten durchgehalten, zahlt die Lebensversicherung am Ende einen größeren Betrag aus.

Alte Verträge vor 2005 versprechen am Ende eine größere Summe, mit der sich (häufig vor dem 67. Lebensjahr) etwas Sinnvolles anfangen lässt. Das kann eine Renovierung am Eigenheim, eine Reise, die Tilgung einer Restschuld, Starthilfe für das Enkelkind oder einfach Geld zum Anlegen sein. Auch wenn die Beträge weit von der nötigen Summe (Stufe 7.2) sein können, dürfen sie nicht einfach unter den Tisch fallen. Auch im Bezug auf Immobilienfinanzierungen kann die Lebensversicherung eine gern gesehene Zusatzsicherheit sein. Zudem sind die Vertriebs- und Abschlusskosten bereits bezahlt.

Wie funktioniert Tagesgeld?

Tagesgeld Lebensversicherung
Tagesgeld (blau) liegt einmal besser als die Inflationsrate (rot) und einmal schlechter. (Quelle biallo.de, anklicken zum Vergrößern)

Tagesgeld ist ein Konto, das nicht dem täglichen Zahlungsverkehr dient wie z.B. ein Girokonto. Viele Deutsche sehen es fälschlicherweise noch heute als Möglichkeit Geld zu sparen und legen auf dem Tagesgeld – Konto zu kurzfristig und falsch an. Selbst zu Zeiten hoher Tagesgeldzinsen von 3% lag die Inflationsrate ebenfalls bei 3%. Somit ließ sich kein Vermögenszuwachs durch Zinsen erreichen.

Hatten „Sparer“ nicht die höchsten Zinsen bei ihrer Bank für das Tagesgeld ausgehandelt und/oder überschritt die Summe der gutgeschriebenen Zinsen den Sparer-Pauschbetrag, drohte durch die anfallenden Steuern sogar unter dem Strich ein Minus.

Ist das Tagesgeld uninteressant durch die niedrigen Zinsen?

Lebensversicherung Tagesgeld
Ruhiger schlafen dank Reserven. Bevor das Geld unter das Kopfkissen gehört, ist es sicherer auf dem Tagesgeld – Konto.

Als Geldanlage war Tagesgeld also noch nie geeignet, selbst als es noch als Sparbuch existierte. Selbstverständlich gab es früher mehr Zinsen, die auf dem Tagesgeld – Konto gutgeschrieben wurden, doch wie war das nach Abzug von Steuern und Berücksichtigung von Inflation? Damals wie heute gilt: zum Sparen ist das Tagesgeld die falsche Form. Es eignet sich nur als Parkplatz. Immer, wenn du eine Reserve in der Hinterhand haben möchtest, z.B. für (un)erwartete Ausgaben, bietet sich das Tagesgeld an. Eine Summe von zwei bis sechs Monatsgehältern sorgt für Ruhe und Sicherheit, wenn eine größere Reparatur oder ein Ersatz anstehen, neue Möbel gebraucht werden, ein kleiner Schaden passiert, ein Urlaub naht usw.  Die Alternative zum Tagesgeld ist der Sparstrumpf ohne Zinsen, aber mit Diebstahl- oder Feuerrisiko oder ein Kredit mit zu zahlenden Zinsen. Verglichen damit sind selbst 0,25% Zinsen um Welten besser.

Tagesgeld und Altersvorsorge richtig kombinieren

Lebensversicherung Tagesgeld
Wichtige Puzzle-Teile des Finanzplans: Tagesgeld als Reserve und bestehende Lebensversicherung

Beide Produkte verfolgen Ziele, die unterschiedlicher nicht sein könnten.Tagesgeld gilt als kurzfristig verfügbar und sicher, also als Reserve. So können z.B. auch bei kurzfristiger Arbeitslosigkeit oder Elternzeit die Beiträge für die Altersvorsorge weiter gezahlt und teure Kündigungen vermieden werden. Die Lebensversicherung gilt als langfristig gebunden und sicher bis chancenorientiert, je nach Art der Geldanlage innerhalb des Vertrages. Im Alter soll die Altersvorsorge u.a. dafür sorgen, dass auch dann noch Reserven auf dem Tagesgeld – Konto sind.

Tagesgeld und Lebensversicherung konkurrieren also nicht miteinander, sondern ergänzen sich. Deine individuelle Situation solltest du unbedingt mit einem Profi besprechen. Wenn du uns dabei dein Vertrauen schenken möchtest, kannst du hier finden, wie du uns erreichst.

Die Stufe 7.3 Tagesgeld und Lebensversicherung im Zinstief – na und? ist Teil der 7×7 Stufen für mehr Erfolg im Beruf und gesündere Finanzen. Das E-Book als Zusammenfassung ist kostenfrei in unserer VIP-Lounge verfügbar.

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