Das Vorstellungsgespräch auf VOX, Teil 6 vom 07.11.2017

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Heute widmen wir uns der sechsten Folge von „Das Vorstellungsgespräch“.

Auf der Suche waren diesmal die auf plastische und ästhetische Medizin spezialisierte Kö Klinik in Düsseldorf und die Kommunikationsagentur Grintsch in Köln.

Kö Klinik Düsseldorf – Die fiesen Fragen am Ende eines Bewerbungsgesprächs…

Ungünstig: Als Empfangsdame beim Telefonieren auf der Leitung stehen

Geschäftsführer Tim Funke und der Leiter für Finanzen & Personal Salim Tekew sind auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter für ihr Empfangsteam und bieten hierfür ein Gehalt ab 2000 Euro Brutto. Mit Zahnpastawerbungslächeln und perfekt sitzenden Anzügen machen die Beiden bei der Begrüßung der Bewerberinnen ihrer Branche alle Ehre.

Diese drei haben es in die Endrunde geschafft: Eine Dame (37), bei der VOX auf die Einblendung des Namens verzichtete, eine Rechtsanwaltsfachangestellte in einer Großkanzlei, Theresa (25), Assistentin im Vertrieb ihrer Mutter, und Laura (47), derzeit arbeitssuchend.

Das Bewerbungsgespräch läuft zunächst sehr klassisch ab. Mit Fragen nach fachlichen Kenntnissen sowie Wissen über die Kö Klinik konnte jede der Bewerberinnen rechnen. Ein Leichtes also – eigentlich… Gerade Laura zeigt aber Schwierigkeiten. Wer auf die Frage, warum man sich gerade für das jeweilige Unternehmen interessiert, antwortet, dass man schon mal jemanden hergefahren hat und dann noch die Klinik verwechselt, hat sich schlicht nicht gut vorbereitet. Theresa zeigt, wie es richtig geht und kann sich mit ihrem Wissen über die Klinik einen Vorsprung gegenüber ihren Mitstreiterinnen verschaffen.

Fragen nach problematischen Punkten im Lebenslauf, wie beispielsweise einem häufigen Stellenwechsel, gestalten sich schon schwieriger. Aber: Mit einer guten Erklärung kann man hierbei sogar punkten! Einige Überraschungen haben die beiden Chefs aber doch noch parat. So erwischen sie die Kandidatinnen mit der Frage, ob sie an sich selbst und an ihren Gegenübern (äußerlich) etwas ändern würden, auf dem kalten Fuß. Über die Angemessenheit dieser Frage lässt sich definitiv streiten. Ihren Sinn, die drei Frauen aus dem Konzept zu bringen und unter Stress zu setzen, haben sie hiermit aber erreicht. Abschließend sollen sich die Bewerberinnen noch bei einem Probetelefonat mit einem Neukunden unter Beweis stellen – eine Alltagsaufgabe einer Empfangskraft. Auch hier kann Laura ihren Rückstand leider nicht aufholen, sodass sich das Rennen zwischen der Dame mit dem geheimnisvollen Namen und Theresa entscheidet. Letztlich konnte Theresa die beiden Chefs durch ihre offene und natürliche Art von sich überzeugen und zeigt damit, dass fachliche Kenntnisse nicht alles sind, wenn diese noch im Job erlernt werden können.

Kommunikationsagentur Grintsch – Mit Authentizität zum Ausbildungsplatz

Vorstellungsgespräch und nervös wie vor einer Achterbahnfahrt? Authentizität kann sich auszahlen

Nun ein Wechsel zur Kommunikationsagentur Grintsch in Köln. Kleidungstechnisch geht es hier direkt entspannter zu als im schicken Düsseldorf. Anstatt Anzug orientieren sich die Kreativen Sinan Sertkayali (Chief Creative Officer) und Arne Trapp (Public Relations) an Steve Jobs, Mark Zuckerberg & Co und tragen schlichte T-Shirts. Im Angebot haben Sie eine kaufmännische Ausbildung im Marketing inklusive 550 – 700 Euro brutto Gehalt.

Die Beiden haben sich gleich vier Bewerber eingeladen: Lisa (18), kurz vorm Abitur, Lutz (22), gebürtiger Saarländer (die damit bei uns gewonnenen Sympathiepunkte versuchen wir aber im Folgenden außen vor zu lassen), Lena (21), hat ebenso wie Lutz zuvor studiert, und Denise (18), die gerade ihren Abschluss an der höheren Handelsschule gemacht hat.

Auch hier kommt ein Klassiker auf die Bewerber zu: Die „Schwächenfrage“. Es empfiehlt sich hier als Antwort keine Schwäche zu nennen, die eine essentielle Anforderung für den gewünschten Beruf darstellt. Dass dies bei Unternehmen wie Grintsch, für die die Persönlichkeit eines Bewerbers im Zentrum steht, sowie bei der Besetzung eines Ausbildungsplatzes, bei dem man auch gerne noch was zu lernen hat, kein K.O.-Kriterum sein muss, zeigt die Antwort von Denise. Auch wenn die von Grintsch gewünschten Mathefähigkeiten nicht zu ihren Stärken zählt, ist sie eine Runde weiter. Dementsprechend fällt die Entscheidung letzten Endes auch nicht auf den Bewerber, der den souveränsten und kompetentesten Eindruck macht (der Saarländer Lutz), sondern auf die etwas nervös, aber sehr sympathisch wirkende, junge Abiturientin Lisa.

Fazit

Eine Persönlichkeit, die zum Unternehmen passt: Beide Unternehmen haben die für sich ideale Bewerberin gefunden. Der Zuschauer kann lernen, dass sich Authentizität im Bewerbungsgespräch auszahlen kann, eine gute Vorbereitung aber niemals vernachlässigt werden sollte.

Fragen, Ideen oder du möchtest dich auch auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten? Du erreichst uns hier.

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