Ein Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern

Um in einem Vorstellungsgespräch zu glänzen, bedarf es einer guten Vorbereitung. Deshalb erfährst du im Folgenden anhand eines Fallbeispiels, wie du dich optimal auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitest und erhältst Tipps und Antworten auf Fragen zu Ablauf, Verhalten vor, während und nach dem Vorstellungsgespräch sowie Reaktionsmöglichkeiten auf Fragen beispielsweise nach Stärken und Schwächen.

Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch beginnt in der Bewerbungsphase

Lea hat bereits einige Bewerbungen versendet. Sie hofft, dass sie schnell eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhält. Auch ihr Zwillingsbruder Leo ist auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. In ihrer Art und Weise, sich Bewerbungsunterlagen zu erstellen und auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten, unterscheiden sich beide gänzlich. Lea hat unsere Tipps für die Bewerbung durchgelesen. Dennoch war sie sich unsicher, wie sie ihren Unterlagen eine besonders individuelle Note verpasst. Statt unendlich viel Zeit in der Internetsuche, die oftmals mehr Fragezeichen hervorruft als Antworten gibt, zu verschwenden, entschloss sie sich in ihre berufliche Zukunft zu investieren und buchte die Coaching „Gemeinsames Erstellen einer Bewerbungsmappe“ (Link) und das Training „Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch“ (Link) bei NOIP.

Leo dachte, er ist schlauer als seine Schwester und spart sich das Geld. Er kopierte sich die Bewerbungsunterlagen von Lea und folgte seinem Credo „das wird schon werden“. Ob trotzdem beide Methoden von Erfolg gekrönt sind und in einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch resultieren?

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Um eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch zu erhalten, musst du mit deiner Bewerbung aus der Masse hervorstechen.

Warten auf eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch

Lea

Als sehr ehrgeizige Person verlässt sich Lea nicht auf ihr Glück allein, sondern hilft diesem nach. So sucht sie weiter fleißig nach interessanten Stellenangeboten, um die Chancen auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhöhen. Außerdem setzt sie die erlernten Inhalte aus dem Vorstellungsgesprächestraining in die Tat um. Gerade an ihrer Selbstpräsentation, die in einem Vorstellungsgespräch Neugier wecken soll, muss sie noch feilen. Inspiriert wurde sie durch die Videos mit den Selbstpräsentationen der Gesellschafter. Sie überlegt sich, welche ihrer Eigenschaften besonders erwähnenswert sind, damit die Gesprächspartner in einem Vorstellungsgespräch sie interessant finden. Daneben durchstöbert sie ihren Kleiderschrank, um auch im Falle eines kurzfristig anberaumten Bewerbungsgesprächs in einem passenden Outfit zu erscheinen. Sie stellt drei Outfits zusammen, die das Wetter, Unternehmen und die Stelle berücksichtigen.

Natürlich beschäftigt sie sich auch mit typischen Fragen im Vorstellungsgespräch. Die Fragen, die ihr am meisten Angst bereiteten, hat sie zuvor im Coaching durchgearbeitet und verschiedene Reaktionsmöglichkeiten erarbeitet. Besonders im Vorstellungsgespräch die Fragen nach ihren Stärken und Schwächen gestellt zu bekommen, war für Lea vorher ein Unsicherheitsfaktor. Sie notiert sich weitere Fragen und sammelt mögliche Antworten dazu. Sie möchte lieber mehrere Antwortmöglichkeiten haben, damit sie sich besser der Situation anpassen kann und nicht wie ein Papagei agiert. Da im Bewerbungsgespräch auch Fragen zu berufsspezifischen Themen gestellt werden können, frischt sie auch das für die Stelle relevante Wissen nochmals auf.

LEO

Leo hat nicht so große Ambitionen wie seine Schwester und geht die Themen Bewerbung und Vorstellungsgespräch locker an. Auf weitere Stellen bewirbt er sich nur, wenn Lea ca. 30 Min lang von der tollen Anzeige schwärmt und wie gut sie zu ihm passt. Ansonsten nutzt er seine freie Zeit lieber für seine Hobbys. Mit einer Einladung für ein Vorstellungsgespräch rechnet Leo sicher, da er von sich selbst sehr überzeugt ist. Die Fortschritte in der Selbstvorstellung seiner Schwester bekommt er regelmäßig mit, meint aber, dass er einfach irgendetwas über seinen bisherigen Werdegang im Vorstellungsgespräch erzählen wird. Er ist der Auffassung, dass er authentischer sei, wenn er improvisiere und deshalb eher eine Zusage nach einem Vorstellungsgespräch bekommt. Genauso unbeschwert sieht er den Fragen im Vorstellungsgespräch entgegen. Er hält sich für schlagfertig und redegewandt, sodass er denkt, ihm fällt schon eine passende Antwort auf die Fragen im Vorstellungsgespräch ein.

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Das Warten auf eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch kannst du sinnvoll für weitere Bewerbungen oder die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch nutzen.

Der Termin für das Vorstellungsgespräch steht

Die Zwillinge haben Glück. Ihre Bewerbungsbemühungen sind schnell von Erfolg gekrönt und die Einladung für ein Vorstellungsgespräch lässt nicht lange auf sich warten. Leo bekam auf eine Bewerbung nach 2 Wochen eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch. Lea wählte den Weg über den telefonischen Erstkontakt und am selben Tag des Versendens der Bewerbung erhielt sie einen Anruf, in der ihr ein Termin für ein Vorstellungsgespräch angeboten wurde, welchen sie direkt zusagte. In 2 Tagen finden die beiden Bewerbungsgespräche statt. Lea rät ihrem Bruder dazu, eine Bestätigung des Termins für das Vorstellungsgespräch zu versenden. Er empfindet dies als überflüssig. Auch kann er nicht nachvollziehen, dass seine Schwester der Meinung ist, er solle sich vorbereiten, indem er sich genauer über das Unternehmen informiert, die Anreise plant und sich mit möglichen Fragen, die ihn im Vorstellungsgespräch erwarten, beschäftigt. Lieber genießt er die Sonne und chillt.

Lea

Lea ruft bei NOIP an. Sie möchte gerne noch das Training “Vorstellungsgespräch intensiv” absolvieren, um gezielter auf dieses Vorstellungsgespräch vorbereitet zu sein und erzählt deshalb am Telefon von dem Unternehmen und der Stelle, sodass ihr auch spezifischere Fragen gestellt werden können. Sie ist sehr glücklich, dass sie am nächsten Tag kurzfristig einen Termin bekommt. Sofort setzt sie sich an ihren PC und sammelt weitere Informationen über das Unternehmen. Da sie bereits vor dem Anfertigen der Bewerbung für diese Position eine Stellenanalyse durchgeführt hat, kann sie auf viele vorhandene Informationen für die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch zurückgreifen.

Die Unternehmensinformationen nutzt sie im Vorstellungsgespräch nicht nur, um mit Wissen über das Unternehmen zu glänzen, sondern ebenfalls um in ihren Antworten eine Verbindung zwischen Unternehmen, Stelle und ihr herzustellen. Schließlich wollen Arbeitgeber zumeist nicht irgendwelche Bewerber, sondern motivierte Personen, da jeder Mitarbeiter das Unternehmen repräsentiert. Lea möchte nichts dem Zufall überlassen und schaut sich genau die Anreisebedingungen an, obwohl sie sich dort in der Gegend sehr gut auskennt. Neben Staus berücksichtigt sie auch die Parkplatzsituation, da sie mit dem Auto zu ihrem Bewerbungsgespräch fährt. Zusätzlich notiert sie sich weitere Fragen, die sie im Vorstellungsgesprächestraining besprechen möchte. Ihre Selbstpräsentation geht sie noch mehrmals durch, damit sie sie auch trotz Nervosität abrufen kann.

Die letzten Sorgen vor einem peinlichen Abschneiden im Vorstellungsgespräch wurden ihr im Coaching bei NOIP genommen. Sie übte ein Vorstellungsgespräch mit anschließendem Kamerafeedback. Dadurch sah sie sich selbst aus einer anderen Perspektive und nahm Aspekte in ihrer Körpersprache und Mimik bewusst wahr, damit sie im realen Vorstellungsgespräch besser agiert. Besonders mit ihren eigenen Fragen an das Unternehmen hatte sie Probleme. Deshalb wurden gemeinsam mehrere interessante Fragen formuliert, die Lea im Vorstellungsgespräch stellen kann. All ihre Fragen und Ängste wurden thematisiert und abgehakt, sodass sie nun selbstbewusst an den Termin morgen denkt.

Leo

Was tat Leo in dieser Zeit? Er entspannte sich in seiner freien Zeit und widmete sich seiner Meinung nach angenehmeren Dingen.

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Steht der Termin für ein Vorstellungsgespräch fest, beginnt die unternehmens- und stellenspezifische Vorbereitung.

Der Tag X: Überzeugen im Vorstellungsgespräch

Der Morgen am Tag des Vorstellungsgespräches

Heute Mittag haben Leo und Lea jeweils ihr Vorstellungsgespräch.

Lea

Lea steht früh auf und schaut nach der aktuellen Verkehrslage. Die Lage sieht zwar gut, dennoch hat sie ihre Alternativrouten im Navi abgespeichert. Sie wählt ein dezentes Make-up, das ihre Natürlichkeit nicht verdeckt und sie gepflegt aussehen lässt. Lea trägt jeden Tag Make-up, ansonsten würde sie heute wohl auch eher darauf verzichten. Auch bei ihrer Frisur setzt sie auf ihren Allday-Look, damit sie sich nicht verstellt oder gar unwohl während des Bewerbungsgespräches fühlt.

Sie geht an ihren Kleiderschrank und nimmt eines der zuvor geplanten Outfits heraus. Sie kombiniert für dieses Vorstellungsgespräch eine dunkle Jeans mit einer weißen Bluse. Ein Kostüm wäre zu overdressed, da sie sich an einem angemessenen Outfit für den Arbeitsalltag orientiert. Die Schuhwahl trifft sie ebenfalls schnell. Sie wählt die Pumps mit mittelhohem Absatz, da sie weiß, dass nach dem Business Knigge die Schuhe keinen zu hohen Absatz haben sollten. Da sie aber dennoch gerne Schuhe mit Absatz trägt, will sie im Vorstellungsgespräch nicht darauf verzichten. Ihre schwarze Lieblingshandtasche und eine dünne Halskette runden das Outfit ab. Kleidung und Accessoires befinden sich in einem guten Zustand. Sie packt noch ihre Unterlagen ein, steigt rechtzeitig fertig ins Auto und macht sich auf den Weg zu ihrem Vorstellungsgespräch.

Leo

Leo startet trotz Vorstellungsgespräch gemütlicher in den Tag. Er schläft erst einmal aus und beginnt sich fertigzumachen als seine Schwester schon fast startklar für ihr Bewerbungsgespräch ist. Fürs Rasieren bleibt nun keine Zeit mehr. Die verwendeten Haarstylingprodukte waren wohl zu viel. Zwar sitzt die Frisur perfekt, dafür sieht sie eher aus wie 4 Wochen lang keine Haare gewaschen.

Er geht zum Kleiderschrank und stellt fest, dass alle Hemden zerknittert sind. Er muss also zunächst eines bügeln. Endlich fertig zieht er es an und bemerkt, dass ein Knopf fehlt. Er schaut auf die Uhr und entscheidet sich einen Anzug für das Vorstellungsgespräch anzuziehen, damit das Sakko die Lücke verdeckt. Da er sich unsicher ist, entscheidet er sich noch eine Krawatte anzuziehen. Er zieht passende schwarze Lederschuhe an, die sehr verstaubt sind. Anzüge mag Leo normalerweise nicht. Das ist ihm auch direkt anzusehen, da er immer wieder seine Kleidung zurechtzupft. Noch schnell die Schuhe etwas säubern und los geht es. Leo fährt lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als dem Auto. Deshalb muss er jetzt schnell losgehen, damit der Zug nicht ohne ihn fährt und er rechtzeitig bei seinem Vorstellungsgespräch ist. Unterlagen nimmt er keine mit.

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Die Planung am Tag des Bewerbungsgesprächs entscheidet, ob du pünktlich und entspannt zum Vorstellungsgespräch erscheinst

Der erste Eindruck im Unternehmen

Lea

Auf der Autobahn gibt es mittlerweile einen riesigen Stau. Zum Glück zeigt Leas Navi ihr das direkt an, da sie die Routen abgespeichert hat. So führt sie das Navi über eine der freien Alternativrouten zu ihrem Vorstellungsgespräch. Der nächstgelegene Parkplatz ist bereits voll, aber Lea weiß, dass um die Ecke ein weiteres Parkhaus ist, dass sie nun gezielt ansteuert. Als sie das Auto abstellt, sind es noch 25 Minuten bis zum Beginn des Vorstellungsgespräches. Der Fußweg zur Firma beträgt ab ihrem Standort ca. 5 Minuten.

Würde sie rauchen, hätte sie noch Zeit, damit sie nicht zu sehr nach Rauch stinkt. Sie macht stattdessen einen kleinen Spaziergang, bei dem sie sich innerlich aufbaut und schaltet bereits ihr Smartphone aus. Lea hat verstanden, dass es in einem Vorstellungsgespräch um eine gute Selbstvermarktung geht. Dies setzt Selbstsicherheit voraus. Hier muss Lea die richtige Balance finden, damit sie zwar von sich selbst überzeugt ist und an sich glaubt, aber nicht arrogant erscheint. Ein positives Denken hilft dabei. Sie sagt sich selbst, dass sie das Bewerbungsgespräch erfolgreich meistere. 10 Minuten vor dem Termin für das Vorstellungsgespräch betritt sie schließlich das Unternehmen. Freundlich begrüßt sie alle Personen, die ihr begegnen und stellt sich und ihr Anliegen am Empfang kurz vor. Sie wird gebeten noch kurz Platz zu nehmen und nutzt die Zeit sich mit der Dame an der Rezeption zu unterhalten, da diese fragt auf welche Stelle sie sich beworben hat.

Leo

Leos Anreise zu dem Bewerbungsgespräch verläuft nicht so unproblematisch. Am Bahnhof angekommen, verrät ihm die Durchsage, dass sein Zug 15 Minuten Verspätung hat. „Mist“, denkt sich Leo, „hätte ich doch lieber einen früheren Zug genommen“. Nachdem der verspätete Zug endlich am Ziel eintrifft, ist es nicht mehr lange hin bis zum Vorstellungsgespräch. Deshalb muss Leo etwas schneller gehen und rennt phasenweise sogar. Völlig abgehetzt kommt er 5 Minuten nach der vereinbarten Uhrzeit an und erklärt völlig außer Puste warum er hier ist. Mit wem er den Termin genau hat, fällt ihm gerade nicht ein, aber die Dame am Empfang kann ihn zum Glück dennoch zuordnen. Er soll noch kurz warten. Diese Zeit kann Leo auch gebrauchen, damit er vor dem Vorstellungsgespräch noch einmal durchatmen und die Schweißperlen von seiner Stirn abwischen kann. Die ihn umgebenden Leute nimmt er kaum wahr, da er so sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

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Sobald das Firmengelände betreten wird, beginnt das Vorstellungsgespräch. Kommuniziere mit den Menschen vor Ort, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Das Vorstellungsgespräch beginnt

Lea

Während sich Lea mit der Dame unterhält, kommt ein Mann dazu und stellt sich vor. Es ist der Ansprechpartner, mit dem Lea bereits telefoniert hat. Sie wartet, bis er ihr die Hand zur Begrüßung hinhält, da sie die Regel „Rang vor Alter vor Geschlecht“ kennt. Auf dem Weg zum Besprechungsraum fragt der Personaler, ob sie gut her gefunden habe. Lea bejaht dies und der Smalltalk endet erst am Zielort. Dort warten weitere Teilnehmer aus der Firma auf sie und das Vorstellungsgespräch. Sie wird aufgefordert auf einem vor den 5 anderen Personen aufgestelltem Stuhl Platz zu nehmen.

Auf die Frage, ob sie etwas trinken möchte, bittet Lea um ein Wasser. Aus dem Vorstellungsgesprächestraining weiß sie, dass trinken nicht nur bei einem trockenen Mund, sondern auch zum Überbrücken einer Denkpause sinnvoll ist. Ein Wasser ist dabei die beste Wahl, da es überall verfügbar ist. Das Vorstellungsgespräch beginnt nun mit der Vorstellung der Gesprächspartner und einigen interessanten Aspekten zum Unternehmen. Nun ist Lea an der Reihe sich vorzustellen. Sie beginnt mit „Ich bin..“ und führt in 2-3 Minuten aus wo sie beruflich steht und was sie als Person besonders auszeichnet.

Leo

Während sich Leo noch erholt, kommt ein Mann auf ihn zu und stellt sich vor. Er begrüßt Leo mit den Worten „Mit Ihnen hatten wir ja gar nicht mehr gerechnet. Sie hatten vergessen den Termin zu bestätigen und kommen zu spät.“ Leo folgt dem Mann und richtet seine Kleidung abermals. Auf die Frage wie die Anreise war, erläutert Leo seine Meinung von der Deutschen Bahn und deren Unpünktlichkeit. Danach herrscht Stille bis die zwei den Besprechungsraum erreichen. Dies lag auch daran, dass Leo sich heimlich darauf konzentrierte sein Smartphone noch schnell auszuschalten, da er dies vor dem Vorstellungsgespräch wegen der Hektik vergaß.

Leo betritt den Raum, in dem das Bewerbungsgespräch stattfindet, begrüßt die anwesenden Personen durch von sich aus initiiertem Händegeben und nimmt auf einem freien Stuhl in der Mitte des Raumes Platz. Direkt fällt auf, dass er mit Anzug und Krawatte viel zu overdressed für das Vorstellungsgespräch ist, da außer ihm niemand eine Krawatte trägt. Als Getränk wählt er auf Nachfrage einen Latte macchiato. Da die Zubereitung etwas Zeit benötigt, beginnt bereits das Vorstellungsgespräch mit der Vorstellung des Unternehmens und der anwesenden Personen. Als Leo aufgefordert wird sich vorzustellen, legt er mit „Mein Name ist…“ los. Er erzählt ausführlich, was er bisher so gemacht hat, indem er seine Schulzeit und beruflichen Stationen detailliert wiedergibt. Mitten während Leos Erzählung wird ihm der Latte macchiato gebracht und die Personaler nutzen diese Unterbrechung um das Thema zu wechseln.

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Der Business Knigge legt fest, wer wem zuerst die Hand gibt. Es gilt: Rang vor Alter vor Geschlecht.

Die Phase der Fragen im Vorstellungsgespräch

Lea

Direkt holt einer der anwesenden Personen Leas Onepager hervor und erklärt, dass er gerade diese Seite sehr interessant fand und sie deshalb zum Vorstellungsgespräch einladen wollte. Ein anderer wendet ein, dass Lea bereits bei ihrem Anruf einen sehr freundlichen und professionellen Eindruck machte. Besonders ihre Fragen am Telefon belegen, dass sie Dinge hinterfrage, was für die Stelle sehr relevant sei. Ebenso hätte sie dadurch nicht nur gezeigt, dass sie keine Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen und wirklich Interesse an der Stelle habe. Hier haken die Personaler im Vorstellungsgespräch noch einmal genau nach und wollen wissen, warum sie sich gerade auf diese Stelle in dem Unternehmen beworben habe. Lea reagiert prompt und führt ihren Antrieb aus. Hierzu greift sie auf ihr Wissen über Stelle, Firma und insbesondere Unternehmensphilosophie zurück und verknüpft dies mit ihrer eigenen Person.

Die Personaler stellen Lea weitere Fragen zu ihrem Werdegang, stellenbezogenen Kenntnissen und ihrer Persönlichkeit. Insgesamt läuft das Vorstellungsgespräch bisher rund für Lea. Sie antwortet ruhig und trinkt einen Schluck Wasser, wenn sie doch einmal kurz nachdenken muss. Selbst ihre so sehr gehasste Frage nach ihren Stärken und Schwächen beantwortet sie souverän, indem sie eine Eigenschaft nennt, diese kurz erläutert und ein Beispiel dazu gibt, das das Vorhandensein des Merkmals bestätigt. Da sie weiß, dass jede Eigenschaft positiv und negativ aufgefasst werden kann, wählt sie entsprechende Eigenschaften, die im Falle der Stärke sehr relevant und im Falle der Schwäche unbedeutend für die Stelle sind. Sie hat verinnerlicht, dass sie sich positiv darstellen sollte und vermeidet in ihren Antworten Schuldzuweisungen und problemzentrierte Ausführungen durch eine negative Sprache. Stattdessen setzt sie auf eine präzise, positive Kommunikation und rückt sich dadurch in ein besseres Licht. Sie unterstützt ihre Aussagen durch eine offene, selbstsichere Körpersprache.

Leo

Leo hat auf einen Onepager verzichtet, sodass für ihn als nächstes im Vorstellungsgespräch die Fragerunde folgt. Als erstes soll er ausführen, warum er sich dort beworben hat. Er stammelt kurzerhand irgendetwas von “Stelle war interessant, tolles Unternehmen, neue Herausforderung etc.”. So wirklich deutlich wird seine Motivation dadurch nicht. Seine Hauptausführungen beziehen sich allerdings darauf, wie toll er sei, da er schon so viel Erfahrung habe und die Aufgaben perfekt erledige.

Danach folgt die Frage zu seinen Stärken. Wie aus der Pistole geschossen nennt er die beliebten Klassiker: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität. Ein Personaler reagiert sofort und führt den Spruch an: „TEAM = Toll ein anderer macht´s.“ und ein anderer fragt nach, ob Leo denn gerne andere seine Arbeit für sich machen lasse. Leo schluckt und will kurz nachdenken. Von seiner Schwester hat er erfahren, dass er dann was trinken soll. Also greift er zu seinem Latte macchiato und verbrennt sich die Zunge. Den Schmerz unterdrückend fängt er an sich zu rechtfertigen, dass er falsch verstanden worden sei und das so nicht meinte. Leo drückt diese Abwehrreaktion auch in seiner Körpersprache aus, indem er direkt die Arme vor seiner Brust verschränkt. Bei der Frage „Wie viele Smarties passen in einen Smart?“ erwidert Leo schließlich nur noch, was für eine lächerliche Frage das sei und er keine Ahnung habe.

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Antworte auf alle im Vorstellungsgespräch gestellten Fragen ruhig und souverän.

Abschluss und Vereinbarungen im Vorstellungsgespräch

Lea

Nachdem die Personaler Lea während dem Vorstellungsgespräch mit ihren Fragen gelöchert haben, wollen sie nun wissen, ob Lea noch Fragen hat. Sie bejaht dies und holt ihre Notizen hervor. Neben ihren zu Hause formulierten Fragen, ergaben sich im Laufe des Vorstellungsgespräches weitere Fragen. Diese hat sich Lea während des Bewerbungsgesprächs direkt notiert. Fragen nach dem Gehalt und konkreten Ausführungen im Arbeitsvertrag spart sie sich auf für die Zeit, wenn sie eine Zusage oder eine Einladung zu einem zweiten Vorstellungsgespräch bekommt.

Nachdem Lea ihre Fragen gestellt hat, bedanken sich die Personaler für das Vorstellungsgespräch und verabschieden sich. Auch Lea bedankt sich nochmals für die Einladung zum Bewerbungsgespräch und die hierfür genommene Zeit. Sie hakt noch einmal nach, wer sich denn bei wem melde und wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Als Antwort erhält sie, dass die Firma noch einige weitere Vorstellungsgespräche führe und sich in ca. 2 Wochen bei ihr melde. Sie klärt ab, dass sie sich in 3 Wochen melde, falls sie bis dahin nichts gehört habe, da immer etwas dazwischenkommen kann. Lea wünscht allen einen schönen Tag, auch der Dame am Empfang, die sich direkt erkundigt wie das Vorstellungsgespräch verlief. Lea beantwortet dies gerne, da sie weiß, dass ebenfalls nicht direkt ins Vorstellungsgespräch involvierte Personen ihren Eindruck eines Bewerbers kundtun.

Leo

Leo hat die Fragerunde hinter sich gebracht. Eigene Fragen fallen ihm gerade spontan keine ein, sodass er mit einem kurzen „Nein“ auf die Nachfrage nach eigenen Fragen reagiert. Abrupt befindet sich Leo in der Verabschiedungsphase des Vorstellungsgespräches. Auch er bedankt sich für die genommene Zeit, nachdem sich die Personaler für das Vorstellungsgespräch bei ihm bedankt haben. Nach einem Abschiedsgruß verlässt er den Raum und ist froh als er draußen ist.

Vorstellungsgespräch, Bewerbungsgespräch, Fragen, Vorbereitung, Ablauf, eigene Fragen
Stellst du im Vorstellungsgespräch eigene Fragen zeigst du neben deiner Motivation für die Stelle auch deine kommunikative Kompetenz. Notiere diese vorab, damit du sie nicht vor Aufregung vergisst.

Das Warten auf eine Zusage oder Absage nach einem Vorstellungsgespräch

Lea und Leo tauschen sich abends über ihre Vorstellungsgespräche aus. Leo wirkt dabei fast geknickt, vor allem weil er merkt, dass er mit einer guten Vorbereitung vieles besser gemacht hätte. Gerade als ihn Lea auf immer mehr falsches Verhalten aufmerksam macht, beginnen die Zweifel in ihm zu wachsen: „Hätte ich mich doch besser vorbereiten sollen?“, „Habe ich jetzt eine tolle Stelle leichtsinnig verspielt?“… Am Abend geht Lea ruhig ins Bett, wohingegen Leo sich die ganze Zeit fragt, wie lange sich die Firma nach dem Vorstellungsgespräch Zeit für die Entscheidung nimmt.

Ob Lea und Leo Zusagen oder Absagen erhalten haben, dürft ihr selbst entscheiden. Klar ist nur: eine Garantie auf Erfolg in einem Bewerbungsgespräch gibt es nie. Das Vorstellungsgespräch ist ein persönliches Gespräch zwischen mindestens zwei Personen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Selbst sehr gut vorbereitete und sich selbst gut positionierende Personen erhalten nicht mit einer 100% Wahrscheinlichkeit eine Zusage. Ein wichtiger Punkt ist darüber hinaus die Sympathie. Schließlich soll der neue Mitarbeiter zu einem guten Arbeitsklima beitragen. Dies heißt, dass sympathische Menschen bei einem vergleichbaren Profil eher eine Zusage erhalten.

Wie hältst du es mit deinem Vorstellungsgespräch?

Hast du alles richtig im Bewerbungsgespräch gemacht und dennoch kommt am Ende eine Absage nach dem Vorstellungsgespräch, hilft es deinem Selbstbewusstsein, wenn du dir klar machst, dass du als Person und das Unternehmen nicht zusammenpassen. Dann ist die Firma doch selbst daran schuld, wenn sie auf jemand schlechteres zurückgreifen…

In der VIP-Lounge findest du neben dem kostenfreien E-Book “In 7 Schritten zu mehr Erfolg im Beruf und gesünderen Finanzen” und den Videos dazu vor allem in Schritt 5: “Punkte in Vorstellungsgespräch und Assessment-Center” Checklisten und Arbeitsblätter zum Thema.

In unseren Vorstellungsgesprächestrainings aus dem “Shop” erhältst du neben allgemeinen Tipps rund um das Vorstellungsgespräch, auch eine individuelle Klärung deiner Anliegen und bekommst Antworten auf deine Fragen. Du bist bei uns in jeder Situation richtig, egal ob es um ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung, den Berufseinstieg nach einem Studium, den Wiedereinstieg in den Job oder Firmen- bzw. Positionswechsel geht.

Bei allen Fragen, Ideen und Beratungswünschen, erreichst du uns hier.