5.2 Dresscode und Verhaltensregeln im Vorstellungsgespräch

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Rund um ein Bewerbungsgespräch gibt es viele Fragen und Tipps zur Vorbereitung. Ein von Bewerbern häufig vernachlässigter Punkt sind der Dresscode sowie angemessene Verhaltensregeln. Diesen beiden Punkten widmen wir uns in diesem Beitrag ausgiebig, sodass du am Ende weißt, wie du dich kleiden solltest und welche Fettnäpfchen vermeidbar sind.

Dresscode: Was ziehe ich an?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Der Kleidungsstil hängt von der Stelle, dem Unternehmen und der Branche ab. Trotzdem gibt es ein paar generelle Empfehlungen, die wir dir an dieser Stelle gerne geben.

Eine gute Orientierung ist die Kleidungswahl für ein schickes Abendessen. Ein Vorstellungsgespräch ist schließlich ebenfalls etwas Besonderes. Vergleiche es mit dem ersten Date. Du willst einen guten Eindruck hinterlassen und putzt dich deshalb richtig heraus. Dabei muss dein Dresscode angemessen sein.

Genau das Gleiche gilt für ein Bewerbungsgespräch. Du lernst die Verantwortlichen an diesem Tag kennen und willst sie davon überzeugen dich einzustellen.

Ist das Äußere so wichtig?

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Das Unternehmen entscheidet wie das äußerliche Auftreten einer Person und der Dresscode sein soll.

Immer wieder taucht die Frage auf, wie wichtig das äußere Erscheinungsbild ist. Die Antwort ist: sehr wichtig. Aber es geht hier nicht um Schönheitsideale. Schönheit ist ein Merkmal, das im Auge des Betrachters liegt.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es zwar einige Merkmale, die dazu führen, jemanden als schön zu bezeichnen. Keine Sorge, das heißt nicht, dass du jetzt Schönheitsoperationen in Betracht ziehen musst. Es geht vielmehr um dein gesamtes Erscheinungsbild.

Leicht erkennbar ist, wie gepflegt jemand ist. Je nach Branche wird ein bestimmtes Äußeres erwartet. Nehmen wir zum Beispiel eine Person mit schiefen und faulen Zähnen, die beim Zahnarzt arbeiten soll. Das passt nicht zusammen. Achte also darauf, dass du äußerlich zu der Stelle und dem Unternehmen passt. Ein weiteres Beispiel ist die Arbeit bei einem Optiker. In der Regel trägt das Personal eine Brille.

Ein heute oft aufkommendes Thema sind auch Tattoos und Piercings. Ob diese sichtbar sein dürfen, hängt auch von der Zielgruppe ab. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Eine Erzieherin meiner Tochter hatte eine kurze Hose an und so war ein Tattoo sichtbar. Einige Eltern empfanden dies als unangemessen und beschwerten sich.

Dieses scheinbar harmlose Beispiel zeigt, dass im Alltag anerkannte Dinge in speziellen Situationen auf Widerstände stoßen können. So weiß ich persönlich offen und ehrlich gesagt nicht, ob ich jemandem auf Anhieb einen Geldkoffer anvertrauen würde, der vor lauter Tattoos und Piercings überhaupt nicht mehr erkennbar ist.

Dresscode: Die passende Kleidungswahl

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Frauen haben oft eine große Auswahl an Outfits. Ein angemessener Dresscode verzichtet aber auf das kleine Schwarze.

Orientiere dich bei der Kleidung, die du für ein Vorstellungsgespräch anziehst, an dem was für den Joballtag angemessen ist. Es muss nicht immer Anzug und Krawatte bzw. ein Kostüm sein. Vor ein paar Jahren erzählte mir ein Inhaber einer Baufirma, dass ein Bewerber um einen Ausbildungsplatz zur Vorstellung im Anzug kam.

Er konnte so mit dem Bewerber nichts anfangen, da er overdressed war. Übertreibe es also nicht. Es geht nicht darum, den Miss Germany / Mister Germany Titel zu ergattern, sondern du solltest dich so präsentieren, wie du auch wirklich bist.

Durch eine nicht zur dir und deiner Persönlichkeit passenden Kleidung verstellst du dich und fühlst dich unter Umständen nicht wohl. Dieses Gefühl spiegelt sich dann auch in deinem Verhalten während dem Gespräch wieder. Es ist ein Unterschied, ob jemand ge-kleidet oder ver-kleidet ist.

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Outfit: generelle No-Gos:

  • abgelaufenen Schuhe
  • ausgefranzte Jeans
  • zu enge Kleidung
  • bauchfrei
  • zu tiefer Ausschnitt
  • abgenutzte Kleidung
  • zu sexy
  • zu viel Schmuck
  • zu viel Make-up
  • dreckige Kleidung
  • fehlende Körperhygiene
  • ungekämmte Haare
  • Freizeitbekleidung
  • ….

Kleiderordnung im Bewerbungsgespräch

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Manchmal gehört die Krawatte zu dem Dresscode. Verzichte aber bitte auf solche Modelle.

Es gibt zum Glück keine strikte Kleiderordnung. Du hast also immer noch jede Menge Freiheiten bei deiner Kleidungswahl. Dennoch wollen wir ein paar allgemeine Empfehlungen für Mann und Frau geben.

Ein Tipp vorab: Dein Outfit sollte auch den Stil des Bewerbungsfotos widerspiegeln. Bist du dort im schicken Business Outfit abgelichtet und kommst nun ganz leger, könntest du als eine andere Person wahrgenommen werden. Dadurch ist die Chance groß, von Beginn an einen falschen und schlechteren Eindruck von dir zu vermitteln.

Business Outfit für Herren:

  • Anzugfarbe –  Grau oder Blau
  • Krawatte – blau, rot, gedeckte Farben
  • Hemden –  blau oder weiß
  • Passende Schuhe

Wichtig: Anzug, Hemd, Krawatte, Schuhe und Gürtel sollen stimmig sein und zueinander passen. Je höher die angestrebte Position, desto weniger Muster verwenden.

Business Outfit für Frauen:

Viel Auswahl: Kostüm, Röcke, Blusen, Blazer, Schal, Schmuck…. Der Business Casual Look für Frauen bietet vielfältige Kombinationsmöglichkeiten.

Beachte dabei folgendes:

  • Röcke nicht kürzer als eine Handbreite über das Knie
  • Blusen – nicht zu tief ausgeschnitten, zu eng oder bauchfrei
  • T-Shirts – unter Kostümen erlaubt, gedeckte Farben
  • Pumps (Schuhe) – Absatz max. 6 cm, Seidenstrümpfe
  • keine Stiefel oder Sandalen
  • Accessoires – weniger ist mehr
  • Auf dezente Farben, Schnitte und Materialien achten

Leger für beide Geschlechter:

  • Dunkelblaue Jeans
  • (Einfarbiges) Oberteil ohne Aufdruck
  • Keine zu knalligen Farben
  • Slipper, Sneakers, Ballerinas etc.

Möchtest du schicker auftreten, aber nicht gleich ein klassisches Business Outfit wählen, empfiehlt sich die Kombination aus dunkler Jeans und Hemd / Bluse. Dies passt in sehr vielen Bereichen.

Woher weiß ich, was ich anziehen soll?

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Das Unternehmen legt den Dresscode fest. Worauf du immer verzichten solltest, sind alte, abgelaufene Schuhe.

Wie bereits erwähnt orientierst du dich am besten am Outfit für den Arbeitsalltag. Würdest du sagen, dass der Dresscode für einen Banker, der in kurzer Hose, Hawaiihemd und Flip-Flops auftritt, angemessen ist? Wie sieht es mit dem Dresscode von einem Bademeister im Anzug aus?

Informiere dich vorher über den Dresscode deiner Branche. Dies sollten Schüler im Idealfall bereits vor der Berufswahl machen. In vielen Büros wird beispielsweise ein Business Outfit von dem Kaufmann / der Kauffrau für Büromanagement erwartet. Willst du lieber lässiger zur Arbeit gehen, empfiehlt sich unter Umständen mehr ein anderer Beruf.

Beachte auch Kleidungsregeln der Firma, in der du das Gespräch hast. So gibt es Unternehmen, die auch im Sommer lange Beinbekleidung fordern. Hilfestellungen hierfür, wenn du über kein Insiderwissen verfügst, bekommst du beispielsweise über den Internetauftritt.

Als allgemeine Regel gilt, je höher die Position, desto schicker das Outfit. Aber beachte: Ausnahmen bestätigen die Regel. Für ein alteingesessenes Unternehmen empfiehlt sich die Wahl eines klassischeren Dresscodes als bei einem jungen Startup-Unternehmen.

Schau dir also vorab das Unternehmen, seine Mitarbeiter, seine Kultur und Philosophie genau an und du wirst den passenden Dresscode wählen. Dein gesunder Menschenverstand hilft dir dabei.

Verhaltensregeln: Benimmregeln, um Fehler zu vermeiden

Dein Outfit ist die eine Sache, dein Verhalten wiederum eine andere Angelegenheit. Du kannst noch so chic und passend gekleidet sein, fällst du allerdings durch dein Verhalten negativ auf, rückt die Zusage in weite Ferne. Deshalb schauen wir uns nun häufige Fehler im Bewerbungsgespräch an.

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Begrüßungsphase nach dem Business Knigge

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Schon am Hände geben tappen viele in ein Fettnäpfchen, da sie die Business Knigge, also die Verhaltensregeln, nicht kennen.

Du trittst den Verantwortlichen gegenüber und willst die Hand zur Begrüßung reichen. Aber Stop! Wem gibst du zuerst die Hand? Es gilt die Regel: Rang vor Alter vor Geschlecht. Also zuerst der Person mit der höchsten Person, dann älteren Personen und Frauen vor Männern die Hand reichen.

Halte während dem Handschlag Blickkontakt und trete selbstbewusst auf. Achte auf einen angemessenen Händedruck und schüttele bitte nicht die Hand, wie du es vielleicht von Politikern aus dem Fernsehen kennst. Auch ein Kräftemessen ist kein guter Rat. Außerdem ist wichtig, dass du trockene und warme Hände hast. Also wische deine Hände notfalls noch einmal trocken.

Es wird übrigens nicht jedem die Hand gegeben. Ein typisches Beispiel dafür ist das Empfangspersonal. Trotzdem solltest du diesem gegenüber freundlich sein. Es könnte gefragt werden, wie du aufgetreten bist.

Nachdem alle Personen begrüßt sind, geht es ans Platznehmen. Warte, bis du dazu aufgefordert wirst. Alternativ frage, ob du Platz nehmen darfst und vor allem wo. Es ist nur unnötig peinlich für dich, wenn du dich auf den Stuhl des Chefs setzt.

Bei der Verabschiedung gelten dieselben Regeln wie bei der Begrüßung.

Gute Umgangsformen = gutes Elternhaus

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Gute Umgangsformen lassen dich in einem positiven Licht erscheinen. Hältst du dich nicht an diese Verhaltensregeln, bugsierst du dich ins Aus.

Neben diesen spezifischen Benimmregeln gibt es auch allgemeine Verhaltensregeln. Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass gute Umgangsformen von einem guten Elternhaus und einer guten Erziehung zeugen. Denke daran, damit du nicht deine Familie noch in Verruf bringst.

Zu den guten Umgangsformen gehört beispielsweise das Begrüßen durch eine angemessene Sprache wie „Guten Tag“ und nicht „Servus“ oder „Hi“ zu sagen. Weitere Klassiker sind das Aufhalten von Türen, das Anstellen und geduldiges Warten. Kurzum: Zeige dich von deiner besten Seite.

Ein Tipp noch zum Ende: Das hier erworbene Wissen kannst du prima auch für dein alltägliches Leben verwenden.

Wenn du Hilfe bei der dem passenden Dresscode oder Business Knigge suchst, kannst du gerne einen Termin mit uns vereinbaren. Gerne bereiten wir dich rund um dein Gespräch im Rahmen unseres Vorstellungsgesprächsvorbereitungstrainings vor oder gehen wichtige Fragen in unserem intensiven Vorstellungsgesprächstraining durch.

Die Stufe 5.2 Dresscode und Verhaltensregeln im Vorstellungsgespräch ist Teil der 7×7 Stufen für mehr Erfolg im Beruf und gesündere Finanzen. Das E-Book als Zusammenfassung ist kostenfrei in unserer VIP-Lounge verfügbar.