Start Up!, Sat.1: Jennifer Schwade siegt im Finale im Silicon Valley

Das Finale von Start Up! ist vorbei. Nach dem Umzug von Start Up! aus dem Free-TV in die Sat.1 Mediathek wurde es kurzzeitig sehr ruhig. Zum Finale gab es doch noch ein paar Meldungen über den Ausgang: Jennifer Schwade (shape me GmbH) sichert sich verdient die 1.000.000€ und das gemeinsame Unternehmen mit Investor Carsten Maschmeyer. Hier der Rückblick auf das Finale. Den Überblick über alle Folgen findest du hier.

Das Finale von Sat.1 Start Up! in der Zusammenfassung

Challenge 1 im Finale passt zu Start Up!: Segelregatta ohne Wind

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“Ein Gründer muss Wind machen, auch wenn kein Wind da ist.” Bei Start Up! herrschte auch in der ersten Challenge Flaute.

In der San Francisco Bay Area steht die erste Challenge an. Die Kandidaten veranstalten unter professioneller Beobachtung eine Regatta mit zwei Segelbooten. Auch zu Beginn von Folge 8 darf bei Start Up! in der Sat.1 Mediathek nicht die Ansprache des Investors Carsten Maschmeyer fehlen. Anschließend bilden Anja und Daniel ein Team sowie Jennifer und Stefan. Neben der Tatsache, dass englisch durchaus wichtig ist, um die Kommandos zu verstehen, nehmen die Start Up! Macher immer wieder die Antipathie zwischen Anja und Daniel ins Visier. Diese geht besonders von Anja aus, die sich später selbst dafür lobt, beherrscht geblieben zu sein.

Trotz Flaute ist das Rennen irgendwann beendet und das Duo Jennifer und Stefan siegt mit einer knappen Bootslänge Vorsprung. Im Gespräch mit Maschmeyer bemerkt dieser, dass Gründer „Wind machen müssen, wenn es keinen gibt.“ Außerdem fordert er die Weiterentwicklung des Produkts und eine Vision dazu von den Gründern. Zur Motivation dürfen alle mit dem Helikopter einen Rundflug machen und sehen Google, Apple, Facebook und Alcatraz von oben sowie die Golden Gate Bridge sogar von unten.

Challenge 2 lässt eine Tendenz für die Entscheidung bei Start Up! erkennen

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Vier Kandidaten kamen bis ins Finale. Einer nach dem anderen warf den anderen aus dem Spiel.

In weiser Voraussicht sitzen alle früh am Frühstückstisch als bei Jennifer das Handy klingelt. Maschmeyer kündigt sich und die Jury für die zweite Challenge in 30 Minuten an. Diese wird für jeden Kandidaten anders.

So soll Stefan sein Verhandlungsgeschick verbessern und fährt mit Matthew zu MGV, Maschmeyers Büro in San Francisco. Mockridge erklärt Stefan, dass, wenn dieser mit Kopf und Bauch entscheidet, er zur „Maschine“ werden würde. Somit wird klar, warum der Coach nicht weiter benötigt wird, denn bei MGV bringt Marc Schröder Kandidat Stefan bei, wie man besser in Preisverhandlungen besteht. Stefan bekommt Tipps und ein wording, das er tapfer aufsagt, auch wenn man ihm merkt, dass es nicht zum ihm passt. (Gehalts-) Verhandlungen erfolgreich abschließen (s. Speisekarte) wäre davor ein gutes Coaching zur Vorbereitung gewesen Leider fehlte es Sat.1 für Start Up! jedoch an einem geeigneten Coach für dieses Thema. Das Preisgeld ist hoch und erfordert scheinbar personelle Einsparungen.

Währenddessen bleibt Anja an Ort und Stelle und bekommt mit einer Art Postkorbübung Nachhilfe von Lea in Sachen Zeitmanagement. Insgesamt quält sie sich jedoch durch die Aufgabe und bleibt ihrer Linie als Improvisatorin statt als Planerin treu. Der lange Weg zu dir selbst zum Beispiel (s. Speisekarte) wäre im Vorfeld goldrichtig gewesen. Leider gab es offenbar keinen Coach dafür, der Sat.1 und Start Up! helfen konnte.

Daniel versucht bei Mercedes Benz im Silicon Valley seine App zu verbessern. Dr. Klaus Schieble beobachtet ihn dabei ganz genau und bemerkt sicher auch, dass Daniel wieder von „man“ und „einem“ spricht, nicht aber von sich selbst. Präzise Sprache wäre hier ein probates Coaching irgendwann innerhalb der letzten acht Wochen gewesen, doch leider fand Sat.1 für Start Up! auch keinen Coach für ein Kommunikationstraining.

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Jennifer steigt zu Maschmeyer ins Auto. Er ordnet an, dass sie endlich einen zweiten Ärmel liefern soll und bringt sie zu passenden Textilexperten. Im Anschluss daran näht sie Druckknöpfe an und verspricht tapfer Nachtschichten. Beim Nähen könnte NOIP übrigens nicht helfen.

Schon vor der endgültigen Entscheidung werden die Start Up! Kandidaten weniger.

Anja wird von Maschmeyer in den South Park eingeladen, wo einst Twitter begann. Für sie endet die Start Up! Karriere hier allerdings, zumindest bei Sat.1. Die Fortschritte reichen einfach nicht aus, um „Deutschlands beste Gründerin“ zu werden. Sie teilt ihre Entscheidung den anderen Kandidaten mit und verschwindet.

In der vorübergehenden Wohnung dürfen sich anschließend die restlichen drei Kandidaten Videogrüße von ihren Lieben aus der Heimat anschauen. Es ist einmal mehr Matthew Mockridge, der für einen Fremdschäm-Effekt sorgt, welcher zum Anschreien von Bäumen einlädt. Nicht nur, dass er die von Heimweh und Trennungsschmerz teilweise sichtlich bewegten Teilnehmer eingehend befragt, wie es ihnen geht, sondern auch seine Statements danach wirken deplatziert.

Das letzte Entscheidung im Finale von Start Up! auf Sat.1

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Mit Daniel und Jennifer blieben am Ende noch zwei Kandidaten übrig. Schwade überzeugte besonders beim schnellen Frage-Antwort-Spiel.

Vor einem Privatjet gibt es den großen Showdown. Kandidaten und Jury haben sich herausgeputzt. Sogar Matthew Mockridge trägt statt Mütze oder Basecap, einen edlen Hut und Anzug. Nach einer weiteren Maschmeyer-Ansprache dürfen die Kandidaten ihre anfangs geforderte Vision vorstellen. Stefans Prototyp wurde bei der Reise in die USA zerstört. Dazu wirkt seine Präsentation bemüht, allerdings steif und nervös. Auch das wäre mit einem vorbereitenden Training leichter. Besonders schade ist das, weil er es eigentlich kann und eine positive Überraschung bei Start Up! und zu Recht einer der Besten bei Sat.1 war. Jennifer erzählt gewohnt souverän eine Geschichte, stellt neue Accessoires vor und denkt an die direkte Kundenansprache, ein Profi für solche Fälle. Daniel präsentiert ebenfalls souverän und bringt einen einprägsamen Vergleich seiner Schaukelkufen unter dem Bett mit den Rollen am Koffer. Er wird auch als erster in die letzte Runde befördert. Jennifer folgt ihm und Stefan geht.

Obwohl danach bei Jennifer die Nerven blank liegen und sie ihr Statement abbricht, ist sie im anschließenden direkten Duell mit Daniel wieder ganz in ihrem Element. Wie bei einem Elfmeterschießen legt sie auf die Fragen von Carsten Maschmeyer schlagfertig und humorvoll vor. Dadurch stellt sie Daniel und seinen technokratischen Antworten in den Schatten. Sie gewinnt am Ende und fliegt mit Carsten Maschmeyer im Privatjet zurück. Jennifer Schwade hat die shape me GmbH mittlerweile auch gegründet und wir sind gespannt, was aus ihrem Produkt und insbesondere aus ihr als Gründerin wird.

Fazit zu Start Up!, Sat.1 und dem Sieg von Jennifer Schwade

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Carsten Maschmeyer und Jennifer Schwade fliegen im Privatjet nach Deutschland zurück und gründen gemeinsam ein Unternehmen.

Ein berühmte Redensart lautet: Wer wagt, gewinnt! Das gilt für die Existenzgründung und Carsten Maschmeyers Experiment ohne Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel, das Randthema Unternehmensgründung breiter bekannt zu machen. Im Unterschied zu „Die Höhle der Löwen“ gab es Maschmeyer als zentrale Person und längere Geschichten. Personell wusste an seiner Seite nur Dr. Klaus Schieble zu überzeugen. Es sagt Einiges, wenn dieser Mann sonst eigentlich im Hintergrund für Recht und Ordnung sorgt und bei Start Up! voll vor der Kamera punktet. Mehr zur Jury von Start Up! steht hier. Schade ist, dass Lea Lange, eine erfolgreiche weibliche Vertreterin der Existenzgründung, ein wenig blass blieb und Matthew Mockridge leider nur die Karikatur eines Coaches für Gründer mimte. Dass mit Jennifer Schwade am Ende tatsächlich eine Gründerin siegt, die als Persönlichkeit statt durch ihr Produkt überzeugte, löst das Versprechen von Dr. Klaus Schieble aus Folge 1 ein.

Insgesamt hätte Sat.1 die Folgen straffen können, um mehr zur Existenzgründung zu zeigen. Durch Elemente aus Seifenopern oder Doku-Soaps wurde das Format weder Fisch, noch Fleisch. Die Beanstandungen der Gründerszene sind berechtigt. Auch das Produkt von Jennifer Schwade stößt auf Kritik, zum Beispiel weil es bereits ähnlich existiert und Frauen anspricht, die es für mehr Selbstbewusstsein kaufen. Sonja hat sich bereits angeboten für ebenfalls 30€ passende Worte für mehr Selbstvertrauen zu sprechen. Ob Start Up! im Programm geblieben wäre, wenn Sat.1 mehr gezeigt hätte, wie eine gute Idee erst ein konkretes Produkt und tatsächlich zu einem Unternehmen wird, ist fraglich. Deutschland ist kein Mekka für Gründer. Die Wahrheit, nämlich der Umgang mit Vorschriften, Behörden, Banken, Mitarbeitern, Kunden und das Zahlen von Steuern und Sozialabgaben, hätte nicht unbedingt höhere Einschaltquoten bedeutet. Alle Beiträge zu den jeweiligen Folgen von Start Up! auf Sat.1 im Überblick gibt es hier.

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zu Teil 7 von Start Up! auf Sat.1